Referenzen

Podologie Martina Schieweck

Generalüberholung einer Praxis-Website

Startseite der podologischen Praxis Martina Schieweck mit Hero-Bild, Namenszug und Terminbutton
Rolle
freier Webdesigner (Heilberufe)
Kundin
Podologische Praxis Martina Schieweck
Zeitraum
April bis Juni 2026
Ergebnis
LCP 2,2 s statt 24 s

Die alte Website der podologischen Praxis Martina Schieweck lief seit 2015 auf Adobe Muse. Drei ihrer Abhängigkeiten waren tot: Schriften, Cookie-Banner und jQuery-CDN. Entstanden ist ein Onepager auf WordPress, der aussieht wie vorher und funktioniert wie heute.

Martina Schieweck führt in Schlagsdorf eine podologische Praxis: medizinische Fußbehandlung, staatlich geprüft, sektorale Heilpraktikerin. Ihre Website stammte aus einer Zeit, in der das Werkzeug, mit dem sie gebaut wurde, noch existierte.

Neue Startseite mit Hero-Bild, Namenszug in Alex Brush und Button zur Terminvereinbarung

Die Ausgangslage: eine Seite, die ihr Werkzeug überlebt hat

Die alte Website war mit Adobe Muse gebaut, einem visuellen Baukasten für statische HTML-Seiten. Das generator-Meta nennt Version 2015.2.1.352. Adobe hat Muse 2018 eingestellt und die zugehörigen Dienste nach und nach abgeschaltet.

Muse lagert fast alle Betriebsmittel an Adobe-eigene Dienste aus. Fallen die weg, fällt die Seite in Teilen mit, ohne Warnung. Die Verweise stehen weiter im Code, sie laufen nur ins Leere. Kurz gesagt: Drei Dinge, die die Seite zum Anzeigen brauchte, kamen seit Jahren nicht mehr an. Ich habe die alte Seite lokal mit Chromium nachgestellt und mitgeschrieben:

RessourceStatus
webfonts.creativecloud.com (fünf Schriften) ERR_NAME_NOT_RESOLVED, Dienst eingestellt
s3.amazonaws.com/valao-cloud (Cookie-Banner) ERR_BLOCKED_BY_ORB, nicht mehr erreichbar
musecdn2.businesscatalyst.com (jQuery 1.8.3) ERR_NAME_NOT_RESOLVED, CDN eingestellt

Sieben Schriftfamilien waren im CSS referenziert, geladen wurde keine einzige: kein lokales @font-face, alles hing an dem einen Adobe-Dienst. Alex Brush, der handgeschriebene Namenszug im Kopfbereich, fiel auf die generische Ersatzschrift des Browsers zurück. Am eigenen Rechner fällt das nicht auf, dort ist die Schrift installiert und alles sieht richtig aus.

Alte Startseite mit generischer Systemschrift statt Alex Brush im Namenszug
Der Namenszug in der Ersatzschrift des Browsers. Die ausgewählte Schrift kommt seit der Abschaltung des Dienstes nicht mehr an.

Das Cookie-Banner traf es härter, weil es rechtlich gemeint war: Die Konfiguration steht noch im Quelltext, das Script, das daraus eine Einwilligungsabfrage machen sollte, kommt nicht mehr. Übrig bleibt eine Absichtserklärung ohne Oberfläche. Immerhin habe ich auf der alten Seite keine Reichweitenmessung gefunden, es wurden also keine Daten ohne Einwilligung erhoben. Der formale Mangel bleibt. Nur jQuery war abgesichert: Muse probiert erst den toten CDN und fällt dann auf die lokale Kopie zurück. Ein Ausfall, den ein Timeout kaschiert, ist behoben aussehend, nicht behoben.

Auf dem Smartphone gab es keine zweite Ansicht

Der schwerwiegendere Befund brauchte kein Netzwerkprotokoll. Die Seite hatte kein viewport-Meta und keine einzige Breakpoint-Regel. Auf einem 390 Pixel breiten Display baut sie ihr 984 Pixel breites Desktop-Raster auf, zweieinhalbfach zu breit für das Gerät. Der Namenszug bricht mitten im Wort ab, ein Teil der Navigation liegt außerhalb des Bildes.

Zwei Smartphone-Ansichten: links die alte Seite mit abgeschnittenem Namenszug, rechts die neue
Links die alte Seite auf 390 Pixel Displaybreite, rechts die neue.

Wer eine medizinische Fußbehandlung sucht, sucht sie unterwegs, im Wartezimmer oder auf dem Sofa mit dem Telefon in der Hand. Auf der alten Seite hieß das: waagerecht schieben und zoomen, bevor lesbar wurde, wer hier behandelt und wie man dorthin kommt.

Warum ich vom Reparieren abgeraten habe

Man kann in ein Muse-Projekt lokale Schriften einbauen und eine neue Einwilligungslösung nachrüsten. Nur pflegt man damit eine Seite, deren Editor es nicht mehr gibt, deren Markup versiegelt ist und deren nächster Ausfall schon feststeht. Drei tote Abhängigkeiten sind kein Zufall, sie sind das Muster eines Systems, das sich auflöst. Ich rechne solche Fälle gern als Frage vor: Wie oft willst du diese Reparatur bezahlen?

Der Neubau: Die Seite sollte aussehen wie vorher

Der Auftrag war ausdrücklich nicht "mach was Neues". Martina Schieweck hat ihre alte Seite damals mitentworfen: das Praxisblau, der Namenszug in Alex Brush, das Strandbild von der Ostsee. Sie wollte keine andere Seite, sie wollte ihre Seite ohne die kaputten Stellen. Diesen Wunsch habe ich übernommen, mit genau einem Vorbehalt: Adobe Muse und WordPress sind zwei verschiedene Systeme, ein paar Dinge können am Ende anders aussehen als vorher.

Die Anmutung ist dann in drei Telefonaten entstanden. Ich hatte die Seite offen, während wir gesprochen haben, und die Anmerkungen sofort geändert: Abstand über dem Namen zu groß, kleiner gemacht, ansehen, entscheiden, weiter zum nächsten Punkt. Kein "ich notiere das und schicke nächste Woche eine neue Version". Zwischen Wunsch und Ergebnis lagen Sekunden statt Tage, und in Sekunden verrennt sich niemand.

Freigegeben wurde ebenfalls in Stücken: erst die Vita, dann die Leistungen, dann Frage für Frage. Wer eine fertige Seite am Stück vorgelegt bekommt, beurteilt alles gleichzeitig und nichts zu Ende. Diese Reihenfolge ist der Grund, dass das Projekt in drei Monaten fertig war und nicht in zwölf.

Technisch steht die Seite auf WordPress mit dem Block-Theme Ollie und einem eigenen Child-Theme. Der Inhalt liegt als Onepager mit Ankernavigation vor: Vita, Praxis, Leistungen, Wissenswertes, Kontakt. Aus sieben Schriftfamilien sind zwei geworden, beide selbst gehostet, zusammen rund 100 Kilobyte. Sie können nicht mehr ausfallen, weil kein fremder Dienst mehr beteiligt ist.

Leistungsübersicht in vier Karten: Nagelbehandlung, Haut und Hornhaut, medizinische Versorgung

Die Vita liegt auf einem Zeitstrahl: 2003 der Start als mobile Fußpflegerin, 2008 die Ausbildung, 2011 die staatliche Berufserlaubnis, 2012 die eigene Praxis, 2013 die sektorale Heilpraktikererlaubnis. Bei einem Heilberuf ist diese Kette kein Lebenslauf-Schmuck, sondern der Beleg dafür, dass hier jemand behandeln darf, was die kosmetische Fußpflege nicht behandeln darf. Seit die Kette auf der Seite steht, fragt am Telefon kaum noch jemand nach der Ausbildung.

Die Fotos sind aus der Praxis, nicht aus einer Datenbank

Die Aufnahmen für die Bildstrecke haben Martina Schieweck und ich zusammen gemacht: Eingang, Empfang, Wartebereich, Behandlungsräume. Jede trägt eine eigene Bildunterschrift.

Bildstrecke aus der Praxis: Eingang, Empfang, Wartebereich, Behandlungsräume, Sterilisationsraum
Gemeinsam vor Ort fotografiert. Wer die Räume vorher sieht, kommt entspannter an.

Das ist kein Ästhetik-Argument. Vielen Menschen ist es unangenehm, jemanden an die eigenen Füße zu lassen, und vor dem ersten Termin kommen Fragen wie "kann man von der Straße aus hereinsehen?". Wer vorher sieht, wohin er geht, bringt eine Unsicherheit weniger mit.

Wissenswertes: zwölf Fragen mit Antworten, die tragen

Der Fragenkatalog kam aus der Praxis: Was in Telefonaten immer wieder gefragt wird, steht jetzt auf der Seite. Zwölf Fragen, jede beantwortet, ohne Verweis auf ein Beratungsgespräch.

  • Was ist der Unterschied zwischen Podologie und kosmetischer Fußpflege?
  • Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
  • Brauche ich eine Heilmittelverordnung?
  • Warum ist regelmäßige Fußpflege für Diabetiker so wichtig?
  • Was ist eine Nagelspange und wann wird sie eingesetzt?
Abschnitt Wissenswertes mit Antworten zum Unterschied zwischen Podologie und kosmetischer Fußpflege

Die Antworten stammen fachlich aus der Praxis und sind einzeln freigegeben worden. Bei einem Heilberuf ist das keine Formalie: Was über Podologengesetz, Heilmittelverordnung und Risikopatientinnen auf der Seite steht, muss stimmen. Der Block liefert zusätzlich FAQPage-Auszeichnung an Suchmaschinen, damit die Antworten auch außerhalb der Seite zitierfähig sind.

Vorher und heute, unter denselben Bedingungen

Kurz gesagt: Auf dem gedrosselten Telefon steht das große Bild nach gut zwei Sekunden. Vorher waren es vierundzwanzig.

  • Gut: Bis das große Bild steht (LCP)

    2,2 s

    Vorher 24 Sekunden. Google zählt alles unter 2,5 als gut.

  • Gut: Springen beim Laden (CLS)

    0,02

    Die Gut-Schwelle liegt bei 0,1.

  • Gut: Anfragen an fremde Server

    0

    Vorher drei, alle drei tot.

  • Gut: Fehler beim Laden

    0

    Es ist nichts kaputt.

Alle Messwerte im Detail
Merkmalvorher (Adobe Muse)heute
Largest Contentful Paint (LCP) Largest Contentful Paint im GlossarDer Zeitpunkt, zu dem das größte sichtbare Element einer Seite fertig geladen ist, meist das Hero-Bild oder die Hauptüberschrift. 24,0 s 2,2 s
Cumulative Layout Shift (CLS) Cumulative Layout Shift im GlossarEin Maß dafür, wie stark Inhalte beim Laden noch verrutschen, nachdem sie schon sichtbar waren. 0,00 (nichts sichtbar, nichts kann springen) 0,02
HTTP-Requests HTTP-Request im GlossarEine einzelne Anfrage des Browsers an einen Server, um eine Datei zu holen: HTML, Bild, Schrift, Stylesheet oder Script. 52 33
Third-Party-Requests Third-Party-Request im GlossarEine Anfrage an einen fremden Server, etwa für Schriften, Karten, Videos oder Statistik, statt an den eigenen. 3 (alle tot) 0
Webfonts referenziert / geladen Webfont im GlossarEine Schrift, die der Browser als Datei nachlädt, weil sie auf dem Gerät des Besuchers nicht installiert ist. 7 / 0 2 / 2
Viewport-Meta-Tag Viewport-Meta-Tag im GlossarEine Zeile im Kopf des Quelltextes, die dem Smartphone sagt, dass es die Seite in Gerätebreite darstellen soll statt sie herauszuzoomen. fehlt vorhanden
Responsive Design Responsive Design im GlossarEin Layout, das sich an jede Bildschirmgröße anpasst, statt eine feste Breite zu erzwingen. Layout 984 px auf 390 px Display Layout 390 px
H1 pro Seite Überschriftenhierarchie im GlossarDie gestufte Gliederung einer Seite über die Überschriftenebenen H1 bis H6, mit genau einer H1 als Seitenthema. 5 (darunter "scrollen" und ">>") 1
Landmarks (header, nav, main, footer) Landmarks im GlossarBereichsauszeichnungen wie header, nav, main und footer, über die Hilfstechnik direkt zum gewünschten Seitenbereich springt. 0 4
Bilder ohne Alternativtext (alt) Alternativtext im GlossarDie Textbeschreibung eines Bildes im Quelltext, vorgelesen von Hilfstechnik und angezeigt, wenn das Bild nicht lädt. 24 von 26 7 von 23 (bewusst dekorativ)
Strukturierte Daten Strukturierte Daten im GlossarZusätzliche Auszeichnungen im Quelltext, die Suchmaschinen sagen, was auf einer Seite inhaltlich steht. keine WebSite, FAQPage (zwölf Fragen)

Unterm Strich sind das 91 Prozent weniger Wartezeit bis zum Hauptbild und 37 Prozent weniger Anfragen beim Laden. Die 24 Sekunden der alten Seite sind kein Ausrutscher, die drei Läufe lagen zwei Promille auseinander: Ein Hintergrundbild von 877 Kilobyte, knapp vier Megabyte, die kein Browser zwischenspeichern darf, und danach zehn Sekunden, in denen der Browser das Bild längst hat und vor lauter Abarbeiten nicht dazu kommt, es anzuzeigen. Von drei fremden Diensten ist heute keiner mehr übrig: An dieser Stelle kann nichts mehr ausfallen, weil nichts mehr da ist. Die linke Spalte ist dabei kein Zeugnis für die Grafikdesignerin, die die Seite damals gebaut hat: Die fehlenden Bildbeschreibungen und die fünf H1 hat Adobe Muse beim Export selbst erzeugt, in der Oberfläche des Programms waren sie weder sichtbar noch änderbar.

Barrierearmut ist hier keine Kür

Podologie behandelt überwiegend ältere Menschen und Menschen mit Diabetes. Das ist genau die Gruppe, die Text vergrößert, die Kontraste braucht und die eine Seite auch mit zittriger Hand bedienen können muss. Die neue Seite hat eine H1, eine durchgehende Überschriftenhierarchie, vier Landmarks, beschriftete Bilder und Bedienelemente, die groß genug sind, um sie zu treffen.

Was das gekostet hat

Rund 1.000 € netto, für Konzept, Umsetzung, den Fototermin vor Ort und die redaktionelle Arbeit an den zwölf Fragen. Zum Einordnen: Mein Einstiegspaket beginnt bei 700 €, größere Projekte liegen darüber. Was ein Vorhaben kostet, sage ich vor dem Start, nicht danach.

Was ich mitnehme

  • Ein eingestellter Baukasten ist kein Wartungsfall, sondern ein Ablaufdatum. Adobe Muse hat seine Nutzenden nicht abgeschaltet, es hat sie ausbluten lassen: erst die Schriften, dann das Banner, dann der Rest.
  • "Es soll aussehen wie vorher" ist kein Rückschritt, sondern eine Anforderung. Meine Aufgabe war, das Vertraute zu erhalten und alles darunter neu zu bauen.
  • Änderungen live im Gespräch schlagen jede Feedback-Runde per Mail. Wer sieht, was er entschieden hat, entscheidet einmal.
  • Bei Heilberufen ist der Fragenkatalog der wertvollste Teil der Seite. Wer die Fragen beantwortet, die sonst am Telefon landen, nimmt Menschen die Hemmung vor dem ersten Termin.

Die Seite läuft unter podologie-schieweck.de (öffnet in neuem Tab).

Läuft deine Praxis-Website noch auf einem System, das es nicht mehr gibt?

Adobe Muse, ein abgeschalteter Baukasten, ein Feld ohne mobile Ansicht: Solche Seiten funktionieren so lange, bis sie es nicht mehr tun. Ich sehe mir deine an und sage dir, ob sich Reparieren lohnt oder ein Neubau der ehrlichere Weg ist.

Projekt besprechen

Durchsucht alle Seiten, das FAQ und das Glossar. Mindestens 3 Zeichen.